
Eine ehemalige Gewerbefläche von über 200 m² mit preußischen Kappendecken wird zum Loft für ein Paar. Der Großraumcharakter bleibt durch die freigehaltene Decke erhalten. Garderobe, Arbeitszimmer, Gästezimmer sowie die Zonierung zwischen Küche und Essen entstehen als freistehende, skulpturale Einbauten.

Ausgangspunkt ist eine typische Berliner Fabriketage mit sichtbar belassenen Ziegelwänden und Stahlträgern. Ziel war es, die räumliche Großzügigkeit zu bewahren und zugleich klare Wohnzonen zu schaffen.
Statt massiver Trennwände strukturieren solitäre Einbauten den Grundriss. Der rohe Backstein trifft auf ruhige, präzise Geometrien und zurückhaltende Farbtöne; die glatte Küchenfront setzt einen sachlichen Kontrast. Die preußische Kappendecke bleibt vollständig sichtbar und wird mit eigens entwickelten Leuchten inszeniert. Ein durchlaufender Boden – der bestehende Betonestrich, vor Ort im Terrazzo-Verfahren nass geschliffen – verbindet alle Bereiche.
Die Offenheit des Lofts bleibt erhalten; Blickbeziehungen spannen über die Länge der Stahlbauteile. Die Einbauten zonieren, ohne den Raumfluss zu unterbrechen.
Im Wohnbereich liegt das Gästezimmer als hölzernes Volumen – der „Kokon“. Tageslicht fällt über ein eigenes Dachfenster ein. Die doppelt gekrümmte Kapsel besteht aus 850 unterschiedlichen Bauteilen aus Konstruktionsvollholz. Ein eigens programmiertes Skript steuerte die automatische Zuschnittlogik; die Montage erfolgt passgenau auf Basis des digitalen Modells.