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Projekt

Augustinum Kleinmachnow Treffpunkt

Kunde
Augustinum Stiftung
Leistungen
Innenraumgestaltung und Umsetzung
Vorzeigeeinrichtung

Treffpunkt Demenz

Im bestehenden Seniorenwohnstift Augustinum in Kleinmachnow wird ein kleines Café zu einem Vorzeigemodell für die Betreuung Demenzerkrankter umgebaut.

Dabei soll hier in einem Modellprojekt der Standard für alle weiteren Tagesbetreuungen im Augustinum entwickelt werden. Hierfür wurden keine Mühen gescheut - gemeinsam mit dem Auftraggeber haben wir uns Einrichtungen im In- und Ausland angeschaut, und auch die Erfahrungen aus dem vom Augustinum betriebenen Itzel-Sanatorium ausgewertet.

Das Konzept, das sich hierbei herauskristallisiert hat könnte sich in Zukunft als Standardbetreuungsmodell erweisen.

Atelier, Aktivierungsraum und Essbereich

„Manche Themen unserer Gesellschaft nehmen wir nur am Rande war, und überraschen uns dann selbst mit der Tiefe, mit der wir in diese eindringen können. Entwerfen für das Vergessen ist solch ein Thema.“

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„Unsere Arbeiten für Senioren sind eine echte Herzensangelegenheit. Die Kombination aus Sinnhaftigkeit, Detailverliebtheit und Eleganz mach sie zu Lieblingsprojekten von oow!“

Wohnlichkeit

Das einfach klingende Ziel ist schnell formuliert - die Schaffung eines Aufenthaltsumfeldes, das für die Bewohner möglichst wohnlich ist - und die Wohnerfahrung aus ihrem Leben widerspiegelt. Die zunächst große Fläche wird von uns also in kleine Einheiten unterteilt - und das, ohne dabei den Überblick für das betreuende Personal zu blockieren. Dreh und Angelpunkt für diese Konzeption ist der kleine Büroarbeitsplatz, der im Mittelpunkt des Geschehens steht, die Tür im Blick hat und auch einen Einblick in den zentralen ‚Snoozelen‘ Raum bietet.

Der ‚Snoozelen‘ Raum ist der zentrale Ruheraum. Er ist von Farbgebung und Lichtgestaltung her gedämpft- hier kann man zur Ruhe kommen und ein Schläfchen halten, während nebenan das Leben tobt.

Die Küche ist offen zum Essbereich. Eine unterfahrbare Kücheninsel soll ermutigen mitzumachen - beim Waffelbacken und Rührei machen. Falls hierfür die Energie einmal nicht ausreicht, kann man immer noch den Apfelkuchen im Ofen beim Backen zuschauen. Das Essen kommt - Frühstück, mittags und auch Abends- aus der nahegelegenen Küche. Flächenbündig integrierte Induktionsplatten garen auf Wunsch zu Ende, oder halten warm. Das Essen wird dann auf Tellern serviert.

Den Fokus für das Thema Essen bündeln wir durch den großen abgerundeten Tisch. Hier wird auch nach dem Essen gesessen und gespielt. Scheint die Sonne, so kann draußen auf der Terrasse mit allen 20 Bewohnern gegessen werden. Braucht jemand besondere Betreuung, so gibt es ein Séparée.


Betreuung in kleinen Gruppen

In Gesprächen mit den Pflegekräften haben wir schnell herausgehört, dass die Betreuung von Dementen eigentlich nur in kleinen Gruppen von 4-5 Personen effektiv erfolgen kann. Dabei ist es wichtig, dass Aktivität und Ruhe nahe beieinander stattfinden können, damit ein Wechseln zwischen den Gruppen für Nutzer und Pflegekräfte leicht von statten geht. Anschließend an den zentralen Aufenthaltsbereich haben wir also Räume für die Aktivierung, ein Atelierraum und einen Bereich für Besuche vorgesehen.

Das Mobiliar wurde so ausgesucht, dass man die Betreuten sitzend leicht von einer Gruppe zur anderen bewegen kann - hierfür sind stabile Stühle mit seitlichem Halt erforderlich. Ein weiterer wesentlicher Gesichtspunkt bei der Gestaltung für Demenzerkrankte ist das sichtbar und unsichtbar machen von Funktionen.

Möbeltüren ohne Griffe sind toll für Stauraum, den die Pflegekräfte brauchen - der aber nicht für die Betreuten zugänglich sein soll. Türen, die aber von den Bewohnern selbsttätig untersucht und genutzt werden sollen, heben wir farblich ab und Griffe machen diese auch einfach benutzbar. Diese Idee zieht sich auch durch - bis hin zu den Lichtschaltern. Lichtschalter für die Nutzer sind kontrastierend zum Untergrund ausgebildet - Schalter für das Personal Ton in Ton: der feine aber entscheidende Unterschied zwischen Bevormundung und anleitender Hilfestellung.

Leipziger Straße 56
10117 Berlin

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